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Nordbayerische Nachrichten

vom 22.05.2008

Polizei vertraut dem Riecher von "Kalle"

Bayerns einziger Brandbeschleuniger-Suchhund schnüffelte in den Resten der Hausener Tennishalle herum

Auch drei Tage nach der Brandkatastrophe im Gebäudekomplex der Tennishalle in Hausen ist die Brandursache noch nicht bekannt. Ermittler des Landeskriminalamtes und der Kriminalpolizei Bamberg nahmen am Mittwoch die Ermittlungen auf.

HAUSEN - Kommissar Rex' Kollege "Kalle", Bayerns einziger "Brandbeschleuniger-Suchhund", machte sich mit seinem Herrchen, dem Polizeioberkommissar Alfred Brand aus Aschaffenburg, und mit Spezialisten des Landeskriminalamtes sowie der Kriminalpolizei Bamberg am Mittwoch auf die Suche nach der Ursache des verheerenden Brandes, der am Sonntag um 20 Uhr ausgebrochen ist (wir berichteten). Der vierjährige Schäferhundrüde wurde speziell für das Aufspüren von Brandbeschleunigern wie Benzin oder Diesel ausgebildet. Sein Einsatz nach Bränden soll eine mögliche Spekulation über Brandstiftung entkräften oder bestätigen. Akribisch genau wurden als erstes diejenigen Gebäudeteile durchsucht, in denen der Brandherd vermutet wurde. Zeugenaussagen zufolge könnte das Feuer im Bereich des Schuhgeschäftes ausgebrochen sein. Die Ermittler haben die "Vorort-Untersuchungen" noch am Mittwoch abgeschlossen. Die weiteren Auswertungen folgen in Büros und Laboren der Kriminaltechniker. Beim Feuer wurde das komplette Gebäude einschließlich Tennishalle und Einzelhandelsgeschäften weitgehend zerstört. Im Rahmen einer Begehung begutachteten der Eigentümer und Vermieter Peter Bienia, Architekt Herbert Amtmann und Spezialisten der Brandversicherungsgesellschaft, die zur Ermittlung der genauen Schadenshöhe angereist waren, den Schadensort. Lediglich der Trakt, in dem das Fitnessstudio untergebracht war, kann nach einer ersten Auskunft des Eigentümers und des Architekten erhalten bleiben, obwohl er ebenfalls durch Ruß und Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Schon Anfang Dezember soll nach Schätzung des Eigentümers, Peter Bienia, der Trainingsbetrieb im Fitnessstudio wieder starten.

Reste werden abgerissen
Was sonst noch von dem 60 Meter langen Gebäudekomplex übrig geblieben ist, wird abgerissen. Wann und in welcher Form der restliche Gebäudetrakt wieder errichtet werden soll, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Schon wegen der Unfallgefahr aber will Bienia das Gebäude schnellstmöglich abreißen lassen. Bevor jedoch die Bagger anrücken können, müssen die ermittelnden Polizeibehörden den Trümmerhaufen erst freigeben. Die genaue Schadenshöhe kann immer noch nicht genannt werden. Sicher ist aber, dass der Schaden in die Millionen geht. So müssen zum Gebäudewert noch die Ladeneinrichtung und Waren addiert werden, die bei den Feuer vernichtet wurden. ALEXANDER HITSCHFEL



Polizeioberkommissar Alfred Brand und Suchhund "Kalle" inspizierten gestern
die Brandstätte in Hausen. Foto: Hitschfel
 

2010 | Freiwillige Feuerwehr Hausen e.V. | F. Kemeth